CHRONIK DES DORFES


Eichelsachsen im Zeitlauf der Jahrhunderte

An der Mündung des Eckardsbaches in die Eichel liegt das alte Vogelsbergdorf Eichel­sachsen. Eingebettet in eine waldreiche Landschaft, von Wiesen, Weiden und Äckern in der Feldflur umgeben, kann es auf eine lange Geschichte zurückblicken. Seine Grün­dungszeit liegt nach den derzeitigen Forschungsergebnissen etwa zwischen 500 und 800 n. Chr.

Von Nidda aus drangen die Siedler im Zuge der fränkischen Landnahme das Nidda- und Eicheltal aufwärts, rodeten den Wald und machten das Land bis nach Busenborn am Bilstein hinauf urbar. Die Kolonisten zogen in Richtung auf das Buchenland (Buchonia), wie man das Gebiet des westlichen Vogelsberges damals nannte, auch in der festen Absicht, etwas für die Ausbreitung des christlichen Glaubens zu tun. Siedlungsarbeit und Christianisierung erfolgten dabei gleichzeitig. Diese so genannte Innenkolonisation erschloss im Bereich der späteren Grafschaft Nidda u.a. die Gemarkungen für die Orte Eichelsdorf, Eichel­sachsen, Wingershausen, Eschenrod, Busenborn im Eicheltal, daneben die Fluren z. B. für Einartshausen, Wallernhausen, Michelnau, usw.

Eichelsachsen und Eichelsdorf entstanden sicher als Stützpunkte und Sicherungen an den alten Straßen. Das wird besonders bei Eichelsdorf deutlich, das im Bereich seiner Kirche dort lag, wo von der linken Niddastraße die Talstraße abzweigte, die als "alte Schottener Straße" durch Rainrod und die Spieß nach Schotten und weiter zur rechten Niddastraße zog. Für Eichelsachsen ist fränkisches Königsgut nachgewiesen, das als Lohn für Sicherungsdienste an einer Handelsstraße ausgegeben wurde. Es mag ein ge­wisser Eigil gewesen sein, dem die neue Feldmark als Siedlungsplatz für sich und seine Sippe als Stätte des späteren Dorfes Eichelsachsen angewiesen wurde. "Zu den Sassen des Eigil" ist eine der möglichen Namensdeutungen, die besagt, dass der Gründer Eigil in der Nähe dicker Steine (Sachsen in der Bedeutung = Steine) seinen Bauernhof angelegt haben könnte (nach Sturmfels: Die Ortsnamen Hessens). Die älteste Namensform war demnach Eigelesachsen, es hieß später auch Eygelsassen und Eigilsassen. Fritz Bauer versuchte die Zeit der Gründung des alten Eichelsachsen genauer festzule­gen, indem er die Markbeschreibung des 1016 gegründeten Kirchspiels Wingershau­sen heranzog. Danach schloss diese Grenzbeschreibung die heutigen Dörfer Eschenrod, Eichelsachsen, Busenborn, Kaulstoß, Burkhards, Breungeshain und die erloschenen Ortschaften Eckhards und Reifertshain ein. Eichelsdorf gehörte zur Johanniter kommende Nidda und das alte Michelbach zu Schotten, sie wurden von dem Grenzzug umgan­gen. Wir dürfen uns unter den damaligen Dorfsiedlungen keine Dörfer in unserem heuti­gen Sinne vorstellen. Die älteste Siedlungsform in unserer Gegend ist der Einzelhof. Erst die Nachbarschaftslage einiger Höfe schuf ein lockeres Gemeinschaftsgefüge, ein Dorf. Ein solches Dorf jener Zeit würden wir heute wohl als Weiler bezeichnen. Es gab im Mittel­alter eine Verordnung, die vorschrieb, dass ein Dorf nur aus drei Höfen jeweils von der Größe einer "Hufe" (30 Morgen Ackerland und 2 Morgen Wiese) bestehen dürfte. Aus diesen weit auseinander liegenden Gemarkungskernen entstanden dann langsam die Dörfer. Der Ursprung des Namens Eichelsachsen ist umstritten. Neben der erwähnten Deutung nach Sturmfels finden sich noch zwei weitere Auslegungen: Die sagenhafte Entstehung lässt Karl den Großen während der Sachsenkriege hier eine Gruppe gefange­ner Sachsen ansiedeln. Damit wollte der Kaiser einen Teil der Aufrührer isolieren und in der neuen Umgebung befrieden. Die Lust an Aufruhr und Aufständen sollte ihnen hier oben in der abgelegenen Waldgegend bei harter Arbeit genommen werden. So soll auch Sachsenhausen bei Frankfurt auf eine solche Gründung zurückzuführen sein. Ähnliches gilt für andere Orte wie Sassen im Kreis Gießen, Wettsassen bei Alsfeld oder Bindsachsen bei Büdingen. Wenn diese Erklärung zutreffen würde, wäre Eichel­sachsen ausgangs des 8. Jahrhunderts entstanden. Ähnlich wie die Binsensassen (Bindsachsen) lebten die "Eichelsassen" in einer alten Siedlung, die von den Bewohnern dieses Raumes als "die an der Eichel saßen oder sitzen" bezeichnet wurden. Diese dritte Erklärung deutet also den Ortsnamen aus der Mundart.

Die erste urkundliche Erwähnung Eichelsachsens stammt aus dem Jahre 1187. Damals "übergab Graf Berthold von Nidda dem Johanniterorden die Parochie Nithehe (Nidda) samt Zubehör, namentlich mit benannten Gütern zu... (Aufzählung)". Unter den 26 auf­gezählten Orten, die sich aus der Gegend von Ranstadt bis nach Einartshausen und Eschenrod hinauf erstrecken, befand sich auch "Eigelesachson" (Eichelsachsen). Diese Urkunde war nicht im Namen des Grafen ausgestellt, sondern sie beurkundete nur die von demselben geschehene Tradition. Sie wurde in dem jährlichen Ordenskapitel des Johanniterordens unter dem Vorsitz Arlebolds, des Ordenspriors in Alemannien, ver­handelt. Als Zeugen kommen außer den Ordenspersonen eine Anzahl edler Männer vor und wird außerdem noch gegenwärtig gewesener Männer und Weiber ohne Zahl erwähnt, woraus hervorgeht, dass die Handlung ganz öffentlich vorging. Nach der Urkun­de hatte Rifrideshagen (Wüstung Reifertshain) jährlich 1 Malter Hafer und Eichelsachsen 1 1/2 Malter Hafer an die Johanniter nach Nidda abzuliefern.

Die Grenzen des Kirchspiels Wingershausen von 1016 decken sich genau mit denen des Gerichts Burkhards. Zu diesem Gerichtsbezirk gehörte eine ganze Reihe von Dörfern. Neben den heutigen Ortschaften Eichelsachsen, Wingershausen, Eschenrod, Busenborn und Breungeshain im Tal der Eichel sowie Burkhards, Kaulstoß, Sichenhausen (das früher Enkhards hieß), Herchenhain und Hartmannshain im oberen Niddertal, zählten folgende ausgegangenen Orte hinzu: Alt-Sichenhausen, im Tal des unterhalb Schottens in die Nidda mündenden Läunsbaches, Staffelsau und Volkmarshausen, im Tal des kleinen, zur Eichel fließenden Eckardsbaches das Eckards.

Am Anfang des 30jährigen Krieges sind Burkhards und Kaulstoß durch einen aus Böh­men vertriebenen evangelischen Geistlichen zur selbständigen Pfarrei geworden. 1631 wurde Busenborn zur Pfarrei Breungeshain geschlagen, 1769 aber zur eigenen Pfarrei erhoben. Als letztes wurde Eschenrod im Jahre 1681 von Wingershausen getrennt. Nur Eichelsachsen ist bis heute mit Wingershausen zu einer Pfarrei vereinigt.

Neben den erwähnten Staffelsau und Volkmarshausen (Läunsbachtal), Eckhards und Reifertshain (Gemarkung Eichelsachsen) gingen schon früh Gera (Gierbachtal oberhalb Rainrod) und Nübel, auch Elbershausen und Alt-Michelbach (im Tälchen des unterhalb Schottens in die Nidda fallenden Michelbachs weit unterhalb des heutigen Dorfes) wie­der unter und wurden wüst. Das im südlichen Teil der Gemarkung gelegene Dörfchen "Reifertshain" und die übrigen ausgegangenen Orte sind im Gegensatz zu der allge­mein üblichen Annahme, dass sie im 30jährigen Krieg zerstört worden und untergegan­gen seien, mit Sicherheit bereits lange vorher verlassen worden. Dem 30jährigen Krieg (1618-48) werden immer wieder landauf, landab viele Wüstungen unterschoben, die eigentlich auf ganz andere Weise zur Wüstung geworden sind.

Es stellte sich heraus, dass Rifrideshausen eine Fehlsiedlung war, die Bewohner zogen sich nach und nach wieder zurück nach dem Hauptort Eichelsachsen, bewirtschafteten von hier aus ihre brauchbaren Felder und überließen die kargen Böden der Natur. Seuchen, das ungünstige Klima auf der Winterseite der Hänge, schlechte Böden mit "Äckern voller Rappelsteine", Überfälle und auch wilde Tiere vertrieben die Menschen oft aus den aus nur wenigen Höfen bestehenden Dörfchen. Langsam nahm der Wald wieder von mancher Flur Besitz. So sind auch die vielen Böschungen im Walde zu erklären: "Buckel und Mulden in den Wiesen, vermoorte Quellen, schwarzer Holunder in Massen, Lehmbrocken und Backsteinstückchen in den Maulwurfshaufen, das ist alles, was geblieben ist..."

Nach Wilhelm Würz waren es einstöckige Fachwerkhütten mit Strohdächern, die um 1000/1100 gebaut wurden, als Hungersnot oder Pest wagemutige Männer zum Roden trieben. Sie gründeten am Reifertshainer Bach das nach seinem ersten Siedler Rifrid ge­nannte Rifrideshagen: "Den Siedlernstand nur noch geringer Boden zur Verfügung. Es lag ziemlich hoch, war stellenweise stark mit Rappelsteinen durchsetzt, befand sich auf der Winterseite des Eicheltales und war den rauhen Nord- und Ostwinden preisgege­ben. Im Sommer war das Wasser knapp, die Quellen im Dorf genügten kaum, den Durst von Mensch und Vieh zu löschen, wenn das Bächlein versiegt war. Junge Frauen vergos­sen manch heiße Tränen im Gedanken an das trauliche Heimatdorf Eichelsachsen, wenn i n eisiger Winternacht die Wölfe heulend um die Hütten strichen oder zur Erntezeit allerlei fahrendes Volk von der nahen Frankfurter Straße im Breitenstein den Weg in das von Männern entblößte Dörfchen fand. Bereits 1556 müssen die Bewohner des Walddörf­chens wieder hinunter ins Mutterdorf Eichelsachsen gezogen sein, denn es heißt in einer Urkunde: "Die von Eigelsassen haben die Wüstung nid Eigelsasssen crafft fürstlicher Gnaden und Herrn briff und Siegel umb einen bestandenen Zins und Händen in Besitz". Viele Flurnamen des südlichen Teiles der Gemarkung Eichelsachsen in der alten Feld­mark von Reifertshain bezeugen, dass es ehemaliger Waldboden war, der urbar gemacht worden war, z. B. Buchwald, Birkenlache, Birkwiese, Struthköppel, Strutwiese (Struth = Wald), Bendersrod, gebrannter Drisch oder Steinmauern. Der Sage nach soll sich im Ge­biet des vergangenen Dorfes an bestimmten Tagen eine weiß gekleidete Jungfrau zei­gen. Eine Frau soll einmal einen langen, schweren Schlüssel gefunden haben. Sie grub ihn aus und lange Zeit glaubte man, es sei der Kirchenschlüssel von Reifertshain. Doch eine Kirche hatte das Dörfchen nicht. Eine Kirchenruine, also eine Wüstungskirche, wie etwa die "stumpe Kirche" bei Burkhards oder die "Ruine Ruthardshausen" bei Einartshausen am Jägerhaus, konnte nicht gefunden oder auch nur in Spuren nachgewiesen werden.

Die Flurnamen Eichelsachsens geben uns noch weitere Auskunft über die alten Zeiten des Dorfes. Mit ihnen wird durch mündliche und schriftliche Überlieferung die Vergan­genheit wieder lebensnah herangerückt. An das ausgegangene Dorf Reifertshain erin­nern die Flurnamen "Im Reifetshain" und "Vor dem Reifertshainerköppel". an frühere Eichelsächser Familiennamen erinnern Fluren wie "Bußhenneköppfel" (Büß), "Fuhrhau­sen Koppel" (Hans Fuhr), "Hippeisberg" (Hippel) oder "Sauerwiesen" (Sauer). "Auf dem heiligen Stock" stand wahrscheinlich in der vorreformatorischen Zeit ein Heiligenbildnis, ei n Bildstock. Die "Herrnwiese" lässt auf die Herren von Jossa schließen, die einmal im 16. Jahrhundert Schultheisen des Gerichts Burkhards waren. Ähnlich verhält es sich mit der Bezeichnung "In der Junkerwiese". Dass in Eichelsachsen auch ein Dorfbrauhaus war, erfährt man nicht nur aus dem Flurnamen "Auf dem Hopfengarten", sondern ist auch anderweitig belegt. Die Brauerei befand sich am Eckardsbach, wo das einstige Schul­haus steht. "Bei der Köhlerhütte" und "Am Kohlhack" werden die Köhler ihrer Arbeit nachgegangen sein. Der "Rosengarten" hat nichts mit Rosen oder Rössern zu tun, son­dern bezieht sich auf einen Flachsröstgarten, wo der Flachs geröstet, d. h. eingeweicht und geschmeidig gemacht wurde.

Das "Beistatter Wälgen" (1574) bezog sich wohl auf das Wäldchen bei der weiteren Wü­stung Bleistadt nahe Eichelsachsen. Die "Eselswiese" und "Am Grohberg" (wahrschein­lich Krähenberg) stammen aus der Tierwelt. "Am Schloss" und "Am Wachtköppel" befan­den sich möglicherweise Warten, also Wachtürme. "Auf dem Zwiefalt" bezieht sich auf die Nähe des Jagdschlosses Hof Zwiefalten. "Am Hirzberg" und "Der Hirzbergerköppel" meinen den Hirschberg. "Auf dem Hegrich" hängt mit Einhegen zusammen. "Beym Winborn" und "Am Wingartsberg" (1692) deuten auf einen Brunnen am Weinberg hin. Man versuchte sich also auch hier mit "saurem" Weinbau, der später aufgegeben wurde. Im Jahre 1530 fand die Reformation in Eichelsachsen statt. Schon seit 1450 war nach den Landesvisitationsakten das ganze Eicheltal hessisch. Eichelsachsen und Wingershausen gehörten zum Gericht Burkhards, der Gerichtsschultheiß hatte aber seinen Sitz in Ei­chelsachsen. An diese Zeit erinnert noch das Pfeffersche Haus mit dem Torbogen, der die Jahreszahl 1590 trägt. Es soll das Wohnhaus eines Schultheißen gewesen sein. Manches Leid brachte der 30 jährige Krieg mit seinen Randerscheinungen für ein kleines Vogelsbergdorf mit sich. Plünderungen, Seuchen und Kontributionen kamen auch über Eichelsachsen. In einer alten Urkunde des Jahres 1625 wird berichtet, dass "... 1622 Herzog Christian von Braunschweig das Oberfürstenthum Hessen mitt seiner starken Armee oberzogen, allenthalben großen Schaden gethan ond dem Vogelsberg herumb die armen Leuthe torquiret, geplündert ond ins äußerste Verderben gebracht...". Der Raub von 19 Pferden und 6 Ochsen wird für Eichelsachsen verzeichnet. Von der großen Schafherde von rund 400 Tieren waren nach dem Krieg kaum noch einzelne vorhanden. Der Höhepunkt allen Elends war die 1635 wütende Pest. In Eichelsachsen sollen zwei Drittel der Einwohner dieser Seuche zum Opfer gefallen sein. Genau 341 Personen ver­starben. Aus dieser Zeit der Schrecken hat sicher auch das "Schloss", eine bewaldete Anhöhe östlich des Dorfes, seinen Namen. Dorthin zu der Warte flüchteten die Bewohner mit Hab und Gut, wenn sie in Gefahr waren. Aus einem Pestilenzverzeichnis dieser Tage ist die Einstellung der Menschen zu Gewalttaten und Krankheiten zu erkennen. Sie glaubten an Gottesstrafen und -zeichen: "... hat Gott der Allmächtige uns wegen dehren uberheufften großen Sünden mit der Strafe der pestilenz daheim gesucht. Als zuvor in ao 1619 unser lieber Gott nicht allein diese sondern auch andere Landschaften durch einen großen Cometen in gestalt einer feurigen Ruthen am Himmel öffentlich sehen und her­nach folgende straffen, wo wir uns nicht bessern und busse thun, ankündigen lassen". Mit den weiteren Strafen waren die Greueltaten, Brände und Verwüstungen des 30jährigen Krieges gemeint.

Zwei Daten aus der wechselvollen Geschichte Eichelsachsens sind jedem Einwohner bekannt. Der 22. Mai 1673 brachte mit einem Unwetter einen vernichtenden Hagelschlag über das gesamte obere Eicheltal, und der 3. Juni 1826 ließ den sonst so harmlos dahin plätschernden Eichelbach zu einer tobenden Flutwelle anschwellen. Die Wasserflut richtete hier beträchtliche Verheerungen an. Die Wassermassen, die am Ortsausgang von Wingershausen noch durch die Wege nach Schotten herabströmenden Fluten ver­stärkt worden waren, verwandelten den Wiesengrund in Schutt- und Steinhaufen und stiegen vor Eichelsachsen auf über 20 Fuß hoch an. Auf den Wagen des Johann Heinrich Körber, der mit fortgerissen wurde, wälzte das Wasser einen langen, schweren Eichenstamm, als wäre er von Menschenhänden aufgehoben worden. In Eichelsachsen waren fünf Menschenleben zu beklagen, eine Witwe mit ihren vier Kindern. Der das Tal herab­tobende Strom verursachte auch hier beträchtliche Gebäudeschäden. An der Stelle, an der das Haus jener Witwe gestanden hatte, war nachher nur ein 30 Fuß tiefer Schlund zu sehen.

Vor 1692 muss bereits eine Schulstelle eingerichtet gewesen sein, was der Flurname "uff die Schullwiesen" aus diesem Jahr bezeugt. Den Lehrern scheint es in der Gemeinde ge­fallen zu haben. Die Chronik berichtet von einem Lehrerssohn aus Breungeshain, Johan­nes Rötzel, der in Eichelsachsen 32 Jahre tätig war. Von 1686 bis 1701 unterrichtete ein Lehrer Schätzel, von 1722 bis 1751 ein Lehrer namens Hock. Sein Nachfolger hatte Krebs am Mund und musste sich in Behandlung begeben. Der vom Pfarrer daraufhin vor­geschlagene Gemeinsmann Johannes Blum wurde sein Stellvertreter. Er hielt Schule, führte die Gesänge in der Kirche, hielt die monatliche Betstunde und die sonntäglichen Nachmittagslesegottesdienste. Ein anderer Schulmeister war in Eichelsachsen sehr gefürchtet. Er riss einem ABC-Schützen wegen eines Fehlers die Ohrmuschel aus und musste 18 Mark Strafe bezahlen. Von 1780 - 1811 unterrichtete David Jakob Rötzel, von 1812 -1857 Johannes Höcker, von 1857 -1866 Friedrich Hanstein, von 1866 - 1880 Theodor Krömmelbein, von 1880 - 1885 Lehrer Röder, von 1886 - 1900 Hch. Traumüller. Danach folgten bis zum zweiten Weltkrieg: Hermann Kaiser, Johann Braun, Karl Schaaf, Johannes Alt, Gottfried Lahm, Heinrich Steinhauer, Eugen Krausgrill, Amalie Friedmann, Adolf Frister, Gustav Reuhl, Albert Nieß. In die Kriegsjahre fallen Namen von Lehrern wie Albus, Roth, Becker und Lotz. Inder Nachkriegszeit waren in Eichelsachsen tätig; Phillip Bauer, Irene Mohs, Karl Schaaf, N. Pohl, Heinz Emmerich, Heinrich Caspar, Reinhold Lohmann, Robert Zaschel, Horst Knetsch, Inge Zeitz, Karl Weber. Vor 1700 stand in Eichelsachsen nur eine kleine Kapelle. Die Gläubigen mussten zur Kir­che nach Wingershausen gehen. Die Schulkinder hatten denselben Weg anzutreten. Die heutige Kirche wurde 1722 gebaut. Trotzdem fanden zunächst noch die Konfirmationen im Nachbarort statt. Erst ab 1837 gibt es in Eichelsachsen eigene Konfirmationen. Aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sind noch die Namen der Pfarrer Martinus und Lynker bekannt. Ab 1629 sind bis auf den heutigen Tag die Namen aller hier wirkenden Pfarrer bekannt. Es seien hier nur einige der fest angestellten Pfarrer genannt: Strauch (1629), Rachius (1635), Koch (1671), von 1691-1767 drei Pfarrer namens Soldan, Dippel (1767), Kirchenrat Scriba (1796), Keil (1836), Degen (1854), Briegleb (1867), Groth (1894)), Karl Rühl (1910-1922), Robert Wolf (1925-1932), Phillip Engel (1932-1939), Friedrich Köttner (1943-1950), Wilhelm Hedderich (1925-1959), danach Frau Pfarrerin Ilse Hedderich (bis 1978), Dieter Oberst (bis 2000) und jetzt Johannes Hoffmann.

Aus neuerer Zeit wissen wir von der gründlichen Renovierung der Kirche des Jahres 1926. Auch die Umgebung der Kirche wurde hergerichtet und erhielt neben einer An­pflanzung eine Einfriedung durch eine Mauer. Die völlige Neugestaltung des Kirchenin­neren erfolgte 1932 durch den Kirchenmaler Veite. Die Glocken von 1755, 1793 und 1836 wurden 1899 durch ein neues Geläut ersetzt, nachdem eine davon zersprungen war und der Glockenklang ohnehin nicht zueinander passte. Nach der Einschmelzung zweier Glocken während des zweiten Weltkrieges konnten am 11.Dezember 1949 durch die Spendenfreudigkeit der Gemeinde wieder neue Glocken eingeweiht werden. Die erste Orgel war 1783 angeschafft worden. Sie war laufend reparaturbedürftig bis zur Neuanschaffung von 1872 durch die Firma Förster in Lieh. Das Fachwerk der schönen Barockkirche wurde 1961 wieder freigelegt. Es wurde bereits erwähnt, dass es in der Eichelsächser Gemarkung einst auch saueren Weinbau gab. Dass er sich nicht halten konnte, lag am Klima und der nutzbringenderen Bepflanzung mit anderen Feldfrüchten. 1633 erfror die gesamte Traubenernte. Es be­fand sich auch einmal eine Zollstätte für eingeführten Wein hier. Die drei Mühlen des Dor­fes waren zinspflichtig. Auch eine Zehntscheune stand hier. Mastgeld für jedes Schwein, Weidegeld für die Schafe und jährlich ein Huhn von jedem Hause waren z.B. einige der vielen Abgaben an den Landgrafen. Bei einer Erbschaft fiel das beste Stück Vieh eben­falls dem Landgrafen zu. 1995 wurde die Kirche ein weiters mal renoviert und restauriert.

Die geringe Bewaldung der Gemarkung Eichelsachsen, Wingershausen, Eschenrod und Busenborn vordem steil aufstrebenden BiIstein mit seiner starken Luvwirkung ist ei­ner der Hauptgründe für die heftigen Gewitter, kräftigen Talaufwinde, schnelle Tempera­turstürze und sehr reichen Niederschläge. Weder Sturm noch Wasser können gebremst werden, die Speicherkraft größerer Waldflächen fehlt. Umgekehrt ist in Trockenjahren kaum ein Ausgleich möglich. Aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts berichteten die Chronisten nach der großen Flut von 1826 von den Sonnenjahren 1857/58, die so trocken waren, dass der Eichelbach austrocknete, die Quellen versiegten und die Ernte ver­dorrte. 1865 war ein langer und schneereicher Winter, der Ende März noch viel Schnee brachte. Der folgende Sommer war trocken und warm, die Maikäfer nahmen Überhand. Weder Frost noch Schnee brachte dagegen der Winter 1866, was hier so gut wie nie der Fall ist.

In der Festschrift vom 29.4.1967 zur Einweihung des Bürgerhauses finden wir noch eini­ge Meldungen der Chronisten: "Die auswärts als Magd dienende Elisabeth war in ihrem Urlaub am 3. Pfingstfeiertag 1777 ins Wirtshaus auf Zwiefalten zum Tanz gegangen. Sie geriet dort mit ihrem Bruder in heftigen Streit und suchte daraufhin den Tod im Teich. Im heißen Sommer 1858 brach Typhus aus und forderte sechs Todesopfer. Die Rachen­bräune (Diphtherie) nahm das Leben von elf Kindern. Ein Vater warf seinem einzigen Sohn von 18 Jahren die Holzaxt in den Rücken. Der Sohn durfte nach wochenlangem Kranken­lager wieder genesen. Ein anderer Vater stiftete 40 Mark für die Armen, weil sein Sohn, nachts von einem anderen Burschen mit dem Messer angefallen, doch lebend davon­kam. Ein vierjähriger Bub wurde von seinem fünfjährigen Kameraden beim Ostereier­spielen erschlagen. Eine 45jährige Frau starb auf dem Feld am Schlagfluss". Um 1720 wurde das Oberforstamt Stornfels nach Eichelsachsen verlegt. Der Dienstbe­reich dieses als "Oberforst Stornfels" bezeichneten Amtes zog sich im 16./17. Jahrhun­dert über weite Teile unseres Raumes. Die "Alte Frankfurter Straße" zwischen Rainrod und Einartshausen bildete die Grenze zum Solmsischen Gebiet. Ein großer Wildzaun entlang dieser Grenze sollte das Hinüberwechseln der Hirsche ins Solmsische verhin­dern. In den wichtigsten Dörfern saßen "Reitende Förster", die vielfach von reitenden Forstadjunkten unterstützt wurden. Außerdem gab es oft für kleinere Bezirke oder auch nur zum Zwecke des Forstschutzes die so genannten "Unterförster", eine Art Forstwart. Man nannte sie früher "Steckenförster", weil sie kein Gewehr führen durften. Das Ober­forstamt, dem ein Oberforstmeister, meist ein Herr vom Adel vorstand, wurde zunächst nach dem Jagdschloss Zwiefalten bei Eichelsachsen verlegt. Nach 1770 wurde der Sitz ins Dorf selbst verlegt und trug nun die offizielle Bezeichnung "Oberforst Eichelsachsen". Die neu errichtete Oberförsterei befand sich im Forstgarten in einem bis etwa 1850 ste­henden Gebäude. Heinrich Steinhauer erzählt: "Zum Oberforst Eichelsachsen gehörten drei verschiedene Gebiete und zwar der Forst Eichelsachsen, der Bingenheimer Forst und der Oberwald (Landgrafenborn). Eichelsachsen wurde zum Wohnsitz hoher und niederer Forstbeamte, z.B. eines Oberforstmeisters, eines Oberförsters, eines Försters, eines Forstbeamten, eines Forstamtsdieners und eines Jagdarztes. Einer dieser Jagd­chirurgen war Johann Lorenz Mettenheimer, der 1751 an das Forstamt kam, der Vorfahre der heutigen Mettenheimer in Eichelsachsen. Die Forstschreiberei war in der Nähe der heutigen Kirche, die zur selben Zeit wie das Forstamt erbaut wurde". Auf Befehl des Jagdbegeisterten Landgrafen Ernst Ludwig wurde auf dem Kirchberg von 1722 bis 1723 das schlichte Jagdschloss Zwiefalten errichtet. Die Umgebung war mit drei kleinen Teichen parkartig angelegt. Das 40 m lange Wohn- und das noch längere Jagd­stallgebäude sind noch heute erhalten. Zur Zeit der großen Hirschjagden waren oft über 100 Personen und 80 Pferde anwesend. Das Oberforstamt Eichelsachsen stellte weitere Forstleute und die Jagdmeute. Steinhauer weiter: "Als Landgraf Ludwig VIII. zum ersten Male 1740 hier zur Jagd weilte, standen auf dem Fourierzettel 11 Herren des Hofstaates, 4 adlige Herren, der Hofchirurg, 2 Kammerdiener, der Kammerlakei, 1 Kammerjunker, 1 Silberdiener, 1 Saalwärter, 1 Bereiter,5 Lakeien,3 Husaren,4 Läufer, wozu noch 10 Die­ner für den Hofstaat und die Offiziere kamen, 11 Personen Jagdpersonal, 1 Hoffourier, 1 Küchenmeister, 2 Köche, 1 Bratenmeister, 1 Konditor, 1 Mundschenk, 1 Bäckermeister und 2 Bäckerknechte.

Etwa 40 Stallbedienstete kamen noch hinzu. Neben Pracht und Glanz der meist 14 tägigen Aufenthalte fehlte auch nicht das Elend, das durch diese Jagden über die Vogelsberger kam. Da mussten Spann- und Jagdfrondienste geleistet werden, die Jagdgesell­schaften brauchten Herberge, die Pferde benötigten Futter, z.B. 1756 allein 420 Zentner Heu und 570Zentner Hafer. Die 225 Hühner mussten z.B. als Zinshühner unentgeltlich ge­liefert werden, die 1.300 Eier wurden von den Untertanen gekauft. Mehl und Salz, auch Gerste, Erbsen und Linsen für die Suppen wurden wenigstens auf Lastkarren mitge­bracht. Während das alles noch erträglich war, stellten aber der Wildschaden, der nicht ersetzt wurde, und die Verwüstung der Felder, es waren Parforcejagden, die Not leidende Bevölkerung vor unlösbare Probleme. Neben den Jagdfronden mussten die Bauern Tatenloszusehen, wie Wildschweine und Hirsche ihre Felder aufwühlten und abästen oder wie ihre Ernte durch die Pferde der hohen Herren verschleift und verwüstet wurde.

In Eichelsachsen trug die besessene Jagdleidenschaft der Darmstädter Landgrafen in der Umgebung des Jagdschlosses Zwiefalten zu einer wahren Bauernflucht bei, so fand Lehrer Heinrich Caspar heraus. Obwohl die enorme Auswanderung durch strenge Maß­nahmen verhindert werden sollte, geschah sie dennoch. Erst seit dem letzten Landgrafen Ludwig IX., der kein Jagdinteresse hatte, besserten sich die Verhältnisse. 1770 wurde das Inventar des Jagdschlosses versteigert, und 1829 wurde Zwiefalten mit sämtlichem Land verkauft. Bei einer "normalen" Hetz- oder Parforcejagd stürmten etwa 100 Hunde hinter dem Wild her. Ihnen folgte ein "Feld" von gut 80 Reitern. Anden Höfen des Barock oder Rokoko wurde die Hohe Schule des Reitens entwickelt, das Pferd war Mittel zu Spiel, Sport und Jagd, und es diente vor allem der Repräsentation. Wer das Sagen hatte, saß auf einem möglichst edlen Pferd, wer Untertan war, höchstens auf einem Ackergaul. Kein Bauer oder Handwerker wagte es, sich auf die gleiche Ebene wie sein Landesherr zu stel­len. Der Adel saß in jeder Beziehung gern auf dem hohen Ross. Nur zu einem gewissen Ort, so sagt das Sprichwort, ging selbst der Kaiser zu Fuß.

Zu der Meute gehörten damals nicht die heutigen Jagdhunde wie Wachtelhunde oder Spaniels, die Vorstehhunde wie Setter oder Pointer, die Apportierhunde wie Retriever oder Bärbel, schon gar nicht der kurzbeinige Teckel für Fuchs- und Dachsjagd. Es waren Windhunde und Bracken, die unter ihren Pikören arbeiteten. Von den Windhunden sagte man, daß sie "mit dem Gesicht" jagen. Sie folgten nicht mit gesenkter Nase der Spur des Wildes, sondern sahen und entdeckten ihre Beute schon von weitem und folgten ihr schnur­stracks nach. In unseren Wäldern jagten dann brackenartige Typen, die der Fährte des Wildes mit ihrer Nase laut bellend überall hin folgten. Vorweg die durch zahlreiche örtliche Schläge verschiedenen deutschen Bracken und die eingeführten englischen Brakken vom mehrfarbigen Foxhound bis zum Beagle. Neben den Schweißhunden hielt man Packer, die den schnellen, hochbeinigen Hunden folgten und wehrhaftes Wild packten und festhielten, sobald es gestellt war. Hatte die Meute den vom Rudel getrennten Hirsch gestellt, wurden ihm von Pikören die Sehnen der Hinterläufe durchschlagen und vom Jagdherrn der Fangstoß mit dem Hirschfänger gegeben. Unter vielen Zeremonien wurde die noble Tierquälerei beendet.

Es sei noch erwähnt, daß man den Namen "Bracken" auf einen Jagdbesessenen franz. Bischof Bracchio zurückführte oder man leitete ihn von "brechen" ab, weil die hetzende Bracke bei der Verfolgung des Wildes das Dickicht durchbricht. Die Sprachwissenschaft stellte noch eine Verbindung zu einem indogermanischen Wort für "riechen" her, also bedeutet Bracke soviel wie Spürhund. Vor diesem oft als romantisch gepriesenen und in großartigen, verherrlichenden Gemälden festgehaltenen Hintergrund spielte sich das armutsvolle Leben der Landbevölkerung ab: "Beengte, unhygienische Wohnverhältnis­se mit dem Großvieh unter einem Dach im Vogelsberger Einheitshaus, die kümmerliche Ernährung mit trockenem Brot, Kartoffeln, Kohl, Rüben, Bohnen und Sauerkraut mit höchstens an einem Sonn- oder Feiertag etwas gekochtem Fleisch, dazu zerrissene und durchlöcherte grobe Kleidung und die Kinder oftmals barfuss bei Wind und Wetter auf den besonders zur Sommerzeit verdreckten Gassen mit menschlichem Abfall und tieri­schem Unrat".

Im 19. Jahrhundert erfolgte die zweite große Auswanderungswelle. Auch jetzt war es wirtschaftliche Not, der übermäßige Steuer- und Lastendruck, der die Menschen aus der Heimat in die Ferne trieb. Die Zahl der Bewohner Eichelsachsens sank bis 1900 auf 542 Bewohner ab. Im Jahre 1846 hatte das Dorf noch 732 Einwohner gezählt. Das Hauptziel der Auswanderer waren die Vereinigten Staaten, aber auch das Temesvarer Banat und die Kolonien an Wolga und Dnjepr zogen viele Landleute als Siedler an. In den Revolu­tionsjahren von 1848 wanderten manche auch aus politischen Gründen nach Amerika aus. Ein weiterer Grund für die Auswanderung war wohl auch die hier noch übliche frän­kische Erbteilung. Haus und Hof verblieben nicht einem Anerben, wie nördlich des Vo­gelsberges nach sächsischem Recht üblich, sondern das ganze Erbe wurde mit Grund­stücken und Vieh unter alle Kinder aufgeteilt. Diese Realteilung führte von Generation zu Generation zu immer kleineren und nicht mehr lebensfähigen Kleinstbauern. Lehrer Caspar stellte fest, daß man auch den allzu paradiesischen Versprechungen amerikanischer Propagandisten zu großes Vertrauen zu schenken geneigt war. In einem Brief, der in alten Gemeindeakten in einem großherzoglichen Rundschreiben aufgefun­den wurde, wird von einem "berüchtigten Seelenverkäufer" gewarnt, der mit vielerlei Lockungen auf Karriere und Reichtum die Leute verleitet, nach Brasilien zu gehen. Caspar ist der Auffassung, daß die gewaltigen Auswanderungsverluste für Eichelsach­sen und das ganze Vogelsberggebiet eine negative Auslese bedeutet. Denn "nur wil­lensstarke, aktive und kämpferische Naturen fassten diesen schweren Entschluss". Für die Qualität und Tüchtigkeit sprechen jedenfalls die von ihnen später ausgehenden Impulse auf das ganze amerikanische Leben. Die Not und Bedrückung müssen schon unge­heuerlich gewesen sein, wenn der "schwerfällige oberhessische Bauer" sich schließlich mit Widerwillen von seinem ererbten Grund und Boden löste. Möge den Leser abschließend noch eine Sage erbauen, die sich um Eichelsachsen rankt: Zwei Burschen von Eichelsachsen, die in Darmstadt beim Regiment standen, ka­men auf Urlaub in den Vogelsberg und kehrten in Schotten in einem Wirtshaus ein. Vor ihrem Heimweg gerieten sie mit der alten Wirtin in Streit, weil sie ihnen zu viel abnehmen wollte. Die Burschen fluchten ihr alle Donnerwetter auf den Kopf und gingen mit lautem Disput davon. Auf dem Heimweg sahen sie auf einmal eine große, böse Katze bald vor, bald hinter sich. Sie beachteten das Vieh nicht und gingen ihres Weges nach Eichelsach­sen zu. In der Läunsbach aber fuhr die Katze plötzlich den einen Soldaten an, kratzte und biss ihn, dass er laut schrie. Sein Kamerad zog sogleich den Säbel und schlug auf das gifti­ge Raubtier los, dass es tüchtig blutete. Auf einmal war die Katze weg. l n Eichelsachsen er­zählten die Soldaten das seltsame Abenteuer. Da sagten die Leute: "Ja, das ist die Wirtin gewesen, die steht schon lange in bösen Geruch, seht morgen nur einmal nach". Das ta­ten die beiden denn auch. Und richtig, die alte Frau lag im Bett, hatte Kopf und Arme ver­bunden und Blutschrammen im Gesicht und an den Händen. So kam ihre Falschheit an den Tag.